Sankt Johannes Chorknaben Bad Saulgau
 

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75 Jahre Pueri Cantores

75 Jahre Pueri Cantores

Friede, Friede, wo wohnst du? 600 Kinder und Jugendliche feierten 75 Jahre Diözesanverband Pueri Cantores

Die St. Johannes-Chorknaben Bad Saulgau sind seit vielen Jahrzehnten Mitgliedschor beim Verband der Pueri Cantores. In Frankreich unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriges gegründet, steht die internationale Bewegung seitdem für Singen und Begegnung, für Versöhnung und Frieden. Die Deutsche Bischofskonferenz erteilte 1951 die offizielle Erlaubnis zur Etablierung des Nationalverbandes; im selben Jahr wurde der Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart errichtet – und feiert dieses Jahr sein 75jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass fand in der Bischofsstadt ein großes Chortreffen statt.

Freilich lockte ein umfangreiches, gemischtes attraktives Programm. Die 50 St. Johannes-Chorknaben reisten bereits am Freitag nach Tübingen, um dort mit vier weiteren Chören zu übernachten. Schön war die erste Begegnungsprobe mit rund 130 Sängerinnen und Sängern. Am Samstagmorgen, nach der Eröffnungsveranstaltung im Dom mit Weihbischof Dr. Gerhard Schneider, strömten die 600 Sängerinnen und Sänger zunächst unübersehbar durch die Marktstraße zur Fußgängerbrücke wo sie unüberhörbar – begleitet von einem Bläserquartett – „Friede, Friede, wo wohnst du“ und andere Lieder sangen. Danach gab es die Möglichkeit, am vielfältigen Programm der Workshops teilzunehmen. Die Gruppen der St. Johannes-Chorknaben bauten unter anderem eine kleine Orgel zusammenbauen, erkundeten bei einem Stadtspiel Rottenburg, erlebten eine sensationelle Führung über die Ausgrabungen in der Bischofsgrablege Sülchen und besuchten das Römer- und Diözesanmuseum. Bei strahlend blauem Himmel herrschte beste Stimmung bei allen. Zum Abendgebet im Dom fanden sich am Spätnachmittag alle wieder ein und sangen und beteten mit Bischof Dr. Klaus Krämer. Ein erhebendes Gefühl, ein großer Klangkörper.

Am Abend gab es in der Festhalle ein Improvisationskonzert mit Jakob Nacken, welches den Sängerinnen und Sängern bestens gefiel, waren sie doch mit ihren Wortbeiträgen Teil des Programms. Am Sonntag setzte das Pontifikalamt im Dom den Schlusspunkt des Chortreffens. Weihbischof Dr. Gerhard Schneider feierte mit den Chören einen Gottesdienst mit viel Gesang und hatte bei seiner Predigt sehr aufmerksame Zuhörer, denn ausgehend von einer persönlichen Erfahrung ging es um eine Schatzkiste. Gekonnt schlug er den Bogen zum Evangelium, in dem vom Schatz des Reiches Gottes die Rede war. Jeder einzelne Sänger, jeder Chor ist ein wertvoller Schatz und das gemeinsame Singen beschenkt andere. Ein schöner Gedanke!

Das Jubiläum spiegelt sich auch im Jahreskonzert der St. Johannes-Chorknaben wider: Am Sonntag, 15. November um 17 Uhr unter dem Leitwort „Pacem – Frieden“.

Beginn neuer Vorkurs

Beginn neuer Vorkurs

Der neue Vorkurs der St. Johannes-Chorknaben beginnt am Montag, 5. Oktober 2026.

Termin: Immer montags von 17.30 Uhr bis 18.15 Uhr im Katholischen Gemeindehaus Bad Saulgau.

Weitere Informationen: Siehe Flyer.

Unser nächster Auftritt

Unser nächster Auftritt

Am Sonntag, 18. OktoberMärz 2026 gestalten wir um 10.15 Uhr die Feier der Heiligen Messe in der Stiftskirche in Bad Buchau.

Auf dem Programm stehen u.a. Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und George Rathbone.

Matthias Burth begleitet die St. Johannes-Chorknaben an der Rieger-Orgel.

Chorferien 2026 am Bodensee

Chorferien 2026 am Bodensee

Gemeinschaft, Ausflüge und Proben. Knapp 40 Sängerknaben und Begleitpersonen verbrachten fünf abwechslungsreiche Tage in Lindau

Vom 2. bis 6. September 2026 verbrachten die St. Johannes-Chorknaben Bad Saulgau ihre diesjährigen Chorferien in Lindau am Bodensee. Knapp 40 Sängerknaben und Begleitpersonen erlebten fünf abwechslungsreiche Tage zwischen Probenarbeit, Ausflügen und Gemeinschaft.

Bereits die Anreise am Mittwochmorgen stellte die Gruppe auf die Probe: Wegen Schienenersatzverkehrs gestaltete sich die Fahrt zwar komplizierter als geplant, dennoch war die Stimmung ausgelassen und erwartungsvoll. So auch bei der Stadtführung durch die Lindauer Altstadt am Nachmittag.

Am Donnerstag ging es mit dem Zug über die Grenze nach Österreich. Zunächst nach Dornbirn, wo die Chorknaben in der inatura zahlreiche biologische, geologische und physikalische Phänomene entdecken und bestaunen konnten. Anschließend stand ein Stadtbummel durch Bregenz auf dem Programm, bei dem natürlich auch die weltberühmte Seebühne besichtigt wurde. Ein Abstecher in die Oberstadt, verbunden mit der Besteigung des Martinsturms ermöglichte nochmals einen schönen Rundumblick auf Bregenz und den Bodensee.

Am Freitag folgte der Besuch des Zeppelinmuseums in Friedrichshafen. Hierzu bestiegen die Chorknaben am Morgen in Lindau ein Schiff der Bodenseeflotte und genossen die entschleunigte Anreise nach Friedrichshafen bei strahlendem Sonnenschein. Die Führungen im Zeppelinmuseum begeisterten. Zum einen wurden technische Aspekte erläutert, zum anderen trugen die unterschiedlichen historischen und gesellschaftliche Informationen dazu bei, das Wissen rund um das Thema Zeppelin abzurunden.

Den Abschluss bildete am Samstag der Besuch des Pfänders. In Kleingruppen erkundeten die Chorknaben auf verschiedenen Wanderwegen die Natur rund um den Bregenzer Hausberg. Am Sonntag traten alle vergnügt und wohlbehalten die Rückreise an.

An allen Tagen wurde außerdem eifrig für das 75jährige Jubiläumschortreffen der pueri cantores in Rottenburg geprobt. Es galt die Stimmen und das Repertoire nach den Sommerferien wieder fit zu machen für den ersten Auftritt der Herbstchorsaison.

Das Fazit fällt durchweg positiv aus: Die Chorferien waren ein voller Erfolg. Besonders die gelungene Mischung von gemeinsamem Musizieren, Programm und Freizeit wurde von allen gelobt. Wieder einmal waren es wertvolle Tage zur Stärkung der lebendigen Chorgemeinschaft.

Rezension zum Jahreskonzert 2025

Rezension zum Jahreskonzert 2025

von Hugo Birkhofer Seit über 60 Jahren reifen wie selbstverständlich, begleitet von Meisterwerken der Musikgeschichte, Jungs bei den St. Johannes-Chorknaben heran und nehmen einzigartige Erfahrungen mit für ihr Leben. Soziale Kompetenz und emotionale Intelligenz sowie professionelles Auftreten werden erlernt. Das Konzert am 9. November mit Werken von Mozart, Schütz und Schubert gab davon Zeugnis.

Die Spitzenwerke der Musikliteratur, „Credo-Messe“ von Mozart, Schuberts „Magnificat“, sowie Schütz „Jauchzet dem Herrn“ entfesselten das Können des Chores: Eine Riesenherausforderung der Soprane; Geschmeidigkeit, Sprachdisziplin, Konzentration wurde allen Stimmen abverlangt.

Ehrfurchtvolle Stille im Kirchenraum, unprätentiöses Auftreten, dann eine Explosion von Klangpracht und Innigkeit: Das Magnificat von Schubert. Der Text konzentriert ja die ganze Heilsbotschaft des Evangeliums, und da waren die Soprane besonders gefordert. Gelungen! Lob der Stimmbildung (Dorothée Babst, Christine Braig)!

Mit der großen Credo - Messe hat Mozart im engen Zeitrahmen musikalisch den Text gedeutet. Zum Beispiel: Ständige fröhliche Credo-Rufe, wunderbar liedhaftes „Et incarnatus est“: die Menschwerdung. Dramatisch dunkel die Passionsszene, strahlender Optimismus der Erwartung ewigen Lebens, das ist komponierte Fülle des Textes aus Mozarts Genialität. Das inständige „Dona nobis pacem“ aber doch heilsgewiss, die Ausführenden hatten verstanden: die bedrohte Menschheit weiß den wahren Frieden von Gott kommend. Nicht weniger Einsatz verlangten die anderen Teile der Messkomposition.

Den Beteiligten rund um Volker Braig gelang ein mitreißender Einblick in die Möglichkeiten der Messvertonung, die Mozart zu heben verstand. Freudige Auseinandersetzung mit dem Meisterwerk, ja, Musizierlust bis zum Augenzwinkern: „Hosanna in excelsis“: Da wirbelte, blitzte und funkelte das Gotteslob, dass die Engel gleich mit einstimmen mochten, denn es geht die Kunde, dass im Himmel natürlich Bach musiziert wird, der liebe Gott aber besonders gern zuhört, wenn Mozart gespielt wird. (Karl Barth).

Ja, eine musikalische Rede, Klangpracht. Dazu gehörten die vier Solisten, die Schubert und Mozart als Ensemble einsetzen. Dorothée Babst, Sopran, Katharina Guglhör, Alt, Daniel Ostermaier, Tenor – als kleiner Junge hat er bei den Chorknaben angefangen – und Markus Simon, Bass. Die schönen Stimmen fügten sich als Ensemble hochmusikalisch zusammen.

Heinrich Schütz „Jauchzet dem Herrn“: Diese wiederum stringente musikalische Rede des Chores setzte ein Ausrufezeichen der Glaubensfreude, dialogisch zweichörig mit dem Orchester dargestellt.

Und nun „La Banda“, das Orchester: Seit 1998 ist dieses wunderbare Orchester mit den Chorknaben verbunden. Dessen hohes musikalisches Niveau feuert ab dem ersten Ton Chor und Solisten an. Jedes Orchestermitglied ist fähig zu fabelhaften Einzelleistungen. Die Tempi stimmen, sind stabil, die Orchesterleute sind begeistert von und mit den Chorknaben. Die Kirchensonate von Mozart, ein Edelstein sakraler Musik, der es aber in sich hat, war perfekt zu hören.

Historisch informierte Aufführungspraxis mit Klangpracht und Dynamik verband sich mit dem besonderen Strahl und der Klangkraft der Knabenstimme, im Chor mit den Stimmen junger Männer. Volker Braig hat eine große Leistung vollbracht.

Ergreifend die Dreingabe „Ave verum“, Mozarts Geniestreich. Lange Stille, Glockenläuten, von Herzen kommender langer Applaus. Welch ein Ereignis!

Chororgel in neuem Klanggewand

Chororgel in neuem Klanggewand

Sie ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Die Chororgel in St. Johannes Bad Saulgau.

Ihren Namen verdankt sie zunächst ihrem Standort im Chorraum der Kirche. Und dort dient sie zuallererst der Begleitung des Chorgesangs. Eine absolute Besonderheit aber ist es, dass sie Eigentum eines Chores selbst ist, nämlich der St. Johannes-Chorknaben Bad Saulgau.

Bereits das Vorgängerinstrument der Firma Reiser wurde auf Betreiben des langjährigen Chorleiters Hugo Birkhofer durch den Förderverein der St. Johannes-Chorknaben angeschafft. Die heutige qualitätvolle Chororgel wurde 1985 von Hubert Rebmann (Rottenburg) erbaut. Sie nimmt gestalterisch Bezug zur fünf Jahre zuvor erbauten großen Klais-Orgel, ebenfalls initiiert durch Hugo Birkhofer. Flach angelegt, erscheint die Chororgel optisch kongenial in den Chorraum hineinkomponiert.

Das Instrument wurde gründlich ausgereinigt, jede einzelne Pfeife genau untersucht. Der Winddruck der Orgel wurde neu einjustiert und die Ansprache der Pfeifen optimal darauf abgestimmt. Der Gesamtklang ist tragfähiger geworden, spricht deutlicher an und hat viel an Präsenz und Aussage im Raum gewonnen.

Neu eingebaut wurde eine Koppel, die es nun ermöglicht, das Flötenregister des Obermanuals mit dem Hauptwerk zusammen zu spielen. Ebenfalls neu ist der Tremulant, der einen „lebendigen“ Wind erzeugt, dem Vibrato der menschlichen Stimme vergleichbar. Zudem verleiht die neue leicht ungleichschwebende Temperierung der Orgel einen ausgesprochen frischen Charakter.

Sämtliche Arbeiten wurden von der Firma Johannes Rohlf (Neubulach) durch die Orgelbaumeister Tobias Merkle und Thomas Dehmel ausgeführt. Dabei wurden höchste Ansprüche angelegt. Das Ergebnis als gelungen zu bezeichnen, ist eine Untertreibung. Neben der großen Königin ist die Chororgel nun ein eigenständiges, vollwertiges Instrument geworden. Ihr edler Klang erhebt sie so zur Herzogin.

Die Finanzierung von gut 25.000 € teilen sich der Förderverein der St. Johannes-Chorknaben als Eigentümer der Orgel (neue Koppelanlage und Tremulant) sowie die Kirchengemeinde St. Johannes (Reinigung, Intonation, Stimmung).

Volker Braig und Matthias Burth haben das Instrument in seinem neuen Klanggewand am 14. September 2024 erstmals im Rahmen eines Gesprächskonzertes präsentiert.

In seiner Rezension dazu schrieb Hugo Birkhofer: "Nun darf man gespannt sein, wie das Instrument, das ja für die Kirchenmusik in ihrer ganzen Qualität und Vielfältigkeit geschaffen ist, seinen Dienst versehen wird mit den Chören in Liturgie und Konzert."

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